Lebendige Tradition

Die Liste

Die Liste der lebendigen Traditionen der Kantone Aargau und Solothurn soll nach Abschluss des einjährigen Projekts einen Überblick über das in den beiden Kantonen vorhandene immaterielle Kulturerbe und insbesondere die vorhandene Vielfalt geben. Von Interesse sind sowohl Praktiken, welche nur an einem bestimmten Ort durchgeführt werden, als auch andere mit grösserer Verbreitung. Die Liste soll als Informationsgefäss für Anliegen von privater und institutioneller Seiter dienen, beispielsweise für spätere Projekte zu diesem Thema.

Wichtige Kriterien für den Eintrag in der Liste sind, dass die Traditionen «lebendig» sind, also heute praktiziert, über mehrere Generationen weitergegeben und von ihren Praktizierenden als Teil ihres Kulturerbes angesehen werden. Kultur bedeutet Veränderung: Einige Praktiken erhalten sich über lange Zeit und können sich währenddessen verändern, andere gehen verloren. Gleichzeitig werden ständig Neue erfunden. Lebendige Traditionen sind zudem vereinbar mit den Menschenrechten bzw. ihrer Interpretation in der Schweiz.

Für die bi-kantonale Liste können bis Ende Juni 2011 Vorschläge gemacht werden. Die eingesandten Vorschläge für die Liste werden gesammelt und geprüft. Ein Recht auf einen Eintrag in die Liste besteht nicht. Aus einem Listeneintrag können zudem keine Rechte abgeleitet werden. Die Entscheidungen über einen Listeneintrag werden im Rahmen eines mehrstufigen Verfahrens getroffen.

Die Kantone Aargau und Solothurn planen zurzeit ein Buchprojekt, welches das abgeschlossene Projekt der bi-kantonalen Liste und seiner Ergebnisse zum Thema hat (Stand Herbst 2011).

Parallel zur Erstellung der bi-kantonalen Liste wurden bis Anfang März 2011 einzelne lebendige Traditionen ausgewählt und dem Bundesamt für Kultur für die nationale Liste der lebendigen Traditionen vorgeschlagen (schweizweit 167 Einträge). Die "Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz" wurde im Oktober 2011 veröffentlicht. Jeder dieser 167 Listeneinträge wird durch ein ausführliches Dossier mit Bildern und zum Teil Video- und Tondokumenten angereichert. Ab Frühling 2012 sind diese Dossiers in einer online-Datenbank des Bundesamtes für Kultur einsehbar.